Trauzeuge für die Hochzeit

Für viele Brautpaare ist es wichtig, sich eine Vertrauensperson an die Seite zu holen, damit diese am Hochzeitstag unterstützend wirken kann. Euer Trauzeuge bzw. Trauzeugin können ganz verschiedene Aufgaben übernehmen und Euch als Brautpaar entlasten. Wie sie das tun können, darüber erfahrt Ihr in den nächsten Abschnitten mehr.

Gleich 6 Trauzeugen - Klotzen nicht kleckern
Trauzeugen – Photo by Kendra Allen on Unsplash

Woher der Begriff Trauzeuge stammt

Ein Ursprung für die Aufgabe der Trauzeugen könnte im 19. Jahrhundert liegen. In dieser Zeit gab es den „Schemelführer“, da er die Aufgabe hatte, die Braut zum Trauschemel, also zu ihrem Platz in der Kirche zu geleiten. Wenn Ihr heute in der Bundesrepublik Deutschland standesamtlich heiraten möchtet, benötigt Ihr zumindest für die standesamtliche Trauung seit dem 1. Juli 1998 keinen Trauzeugen mehr. Nachdem die DDR die Tradition der Trauzeugen schon 1955 abgeschafft hatte, wurden sie nach der Wiedervereinigung zunächst wieder eingeführt, im Jahre 1998 dann aber endgültig abgeschafft. Trotzdem dürft Ihr auf Wunsch Trauzeugen benennen. Diese leisten dann auch bei der standesamtlichen Vermählung durch ihre Unterschrift den Zeugendienst. Die beiden kirchlichen Konfessionen haben ganz eigene Regeln, wenn es um die Trauzeugen geht. 

Die Trauzeugen bei der kirchlichen Trauung

Im Gegensatz zur standesamtlichen und damit rechtsverbindlichen Trauung gibt es bei der kirchlichen Trauung andere Regeln.

Die evangelische Kirche sieht keine Trauzeugen bei der kirchlichen Trauung vor. Für sie hat die standesamtliche Zeremonie verbindlichen Charakter und die Ehe ist für sie trotz ihres hohen Stellenwertes kein Sakrament. Aus diesem Grund könnt Ihr als Brautpaar zwar Trauzeugen benennen, sie sind aber in der evangelischen Trauungsliturgie kein zwingend notwendiges Element.

Für die römisch-katholische Kirche gilt hier etwas anderes. Laut dem Kirchenrecht gemäß Can. 1108 sowie Can. 1116 CIC (Codex Iuris Canonici) ist die Anwesenheit von zwei Zeugen vorgeschrieben, damit eine gültige Eheschließung stattfindet. Die Ursache dafür liegt darin, dass eine kirchliche Trauung auch ohne Priester möglich ist. Deshalb müssen die vorgeschriebenen Trauzeugen die Abgabe des Ehekonsenses zwischen den Eheschließenden entgegennehmen und durch ihre Unterschrift in den Kirchenbüchern beglaubigen und so beurkunden.

Freie Trauung – Trauzeugen ja oder nein?

Habt Ihr Euch für eine freie Trauung entschieden, seid ihr bezüglich eventueller Trauzeugen vollkommen frei. Das liegt vor allem daran, dass die freie Trauung eine rein private Zeremonie ohne Rechtsverbindlichkeit ist. Daher könnt Ihr nicht nur die Gestaltung der Zeremonie in Absprache mit dem Trauredner völlig selbstständig gestalten, sondern auch entscheiden, ob Ihr Trauzeugen haben möchtet. Wenn Ihr es wünscht, könnt Ihr nicht nur zwei Trauzeugen benennen, sondern auch vier oder noch mehr. Wählt Ihr Zeugen aus, dann wäre es schön, wenn diese auch verschiedene Aufgaben während der Zeremonie übernehmen und auf der Trauurkunde unterschreiben würde.

Wer als Trauzeuge bzw. Trauzeugin in Betracht kommt

Bei der Suche nach geeigneten Personen, die als Trauzeugen fungieren sollen, müsst Ihr vor allem darauf achten, dass die Kandidatinnen und Kandidaten das 18. Lebensjahr vollendet haben und zudem im rechtlichen Sinne voll geschäftsfähig sind.

Die römisch-katholische Kirche stellt an die Trauzeugen besondere Anforderungen, die wir Euch im Folgenden auflisten. Trauzeugen für eine römisch-katholische Trauung müssen:

  • zu zweit sein (also je einer für Braut und Bräutigam)
  • sich zum christlichen Glauben bekennen (was nicht kontrolliert wird)
  • nicht römisch-katholisch oder evangelisch sein
  • mindestens 14 Jahre alt sein (womit sie als voll religionsmündig gelten)

Da der Dienst des Trauzeugen ein kirchliches Amt darstellt, könnt Ihr sie weder erst später benennen, noch zu einem späteren Zeitpunkt streichen lassen, etwa aufgrund von Streitigkeiten.

Prinzipiell könnt Ihr Eure Trauzeugen aus unterschiedlichen Personengruppen wählen. Sie können aus dem Kreis Eurer Familie kommen (z. B. Geschwister, Neffen oder Nichten, Tanten oder Onkel oder sonstige Verwandte), es können aber auch Freunde oder sehr gute Bekannte sein. Meist freuen sich die ausgesuchten Personen sehr darüber, dass Ihr sie ausgesucht habt und übernehmen diesen Dienst gerne.

Woran Eure Trauzeugen unbedingt denken sollten

Habt Ihr Euch entschieden, Euch bei der standesamtlichen Trauung von Trauzeugen unterstützen zu lassen, dann sollten diese unbedingt daran denken, zur Trauung ihren Personalausweis mitzubringen, um sich vor dem Standesbeamten ausweisen zu können. Der Ausweis sollte zudem noch gültig und nicht abgelaufen sein. Da Trauzeugen sehr oft für die Eheringe zuständig sind, ist es zudem sinnvoll, vor dem Gang zum Standesamt noch einmal zu kontrollieren, ob die Ringe sich mit auf den Weg machen. So erspart man sich spätere, hektische Fahrten zurück in die Wohnung, um die Eheringe noch rechtzeitig zu holen.

Was die Trauzeugen bei der Trauungszeremonie tun

Die Hauptaufgabe Eurer Trauzeugen wird schon durch die Bezeichnung beschrieben, sie sollen Eure Trauung bezeugen und so zeigen, dass Ihr Euch in richtiger Weise miteinander verbunden habt. Sie bezeugen also Eure Trauung im wahrsten Sinne und bestätigen dies mit ihrer Unterschrift. Obwohl dieses Bezeugen heute nicht mehr rechtlich vorgeschrieben ist, legen immer noch sehr viele Brautpaare großen Wert darauf, dass jemand diesen Dienst übernimmt.

Es gibt aber traditionell noch andere Aufgaben, die von den Trauzeugen übernommen werden können. So ist es beispielsweise üblich, dass sie den sogenannten Junggesellen- bzw. Junggesellinnenabschied organisieren. Sehr oft übernimmt ein Trauzeuge auch die Trauzeugenrede bei der Hochzeitsfeier nach der standesamtlichen und kirchlichen Trauung.  Außerdem sorgen sie dafür, dass der Brautstrauß und die Eheringe nicht vergessen und gut aufbewahrt werden. Neben diesen Hauptaufgaben kümmern sich Eure Trauzeugen während der Hochzeitsvorbereitungen und am Tag selbst noch um weitere Dinge, beispielsweise, indem sie:

  • die Auswahl der Hochzeitsgarderobe (Hochzeitskleid, Anzug) einschließlich aller Accessoires wie Schuhe, Schleier und Schmuck unterstützen
  • ihre eigene Garderobe auf Euch abstimmen
  • beim Friseur Tipps für Frisur und/oder Make-up geben
  • die Organisation bezüglich der Brautjungfern bzw. Blumenmädchen übernehmen
  • den Sektempfang nach der Trauung planen
  • dafür sorgen, dass Ihr vor Eurer Trauung nicht zu aufgeregt seid
  • sich um das Hochzeitsfahrzeug (z. B. Auto, Kutsche, Motorrad) kümmern und eventuell als Fahrer fungieren
  • sich am Hochzeitstag um auswärtige Gäste kümmern
  • die Dekoration sowie die Sitzordnung in der Kirche kontrollieren
  • im Notfall Taschentücher bereithalten
  • eventuell notwendige Utensilien für Spiele nach der Trauung besorgen (z. B. Herz-Bettlaken & Scheren zum Ausschneiden, Holz & Säge)
  • ein Notfalltäschchen mitführen (z. B. mit Sicherheitsnadeln, Kopfschmerztabletten, Pflaster, Make-up, Deo oder Ersatzstrumpfhosen für die Braut)
  • eine Entführung von Braut oder Bräutigam organisieren

Ein krönender Abschluss für die Aufgaben des Trauzeugen ist das Organisieren einer Hochzeitsüberraschung, mit der Ihr als Brautpaar erst konfrontiert werdet, wenn die Feier vorbei ist und Ihr Euch in Richtung Hochzeitsnacht aufmacht. Hier müsst Ihr Euch mitunter auf Dinge wie eine ausgeräumte Wohnung, einen zugemauerten Hauseingangbis zur Decke mit Herzballons gefüllte Wohnräume oder ähnliche Scherze gefasst machen.Diese Aufzählung der Aufgaben könnte man sicherlich noch erweitern, die genannten Aufgaben zeigen aber schon, dass Eure Trauzeugen vor, während und nach der Trauung viele kleine, aber überaus wichtige Aufgaben übernehmen, durch die Ihr am schönsten Tag Eures Lebens entlastet werdet. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, wenn Ihr jemanden zum Trauzeugen macht, der zuverlässig und in der Lage ist, die genannten Tätigkeiten zu übernehmen. Er hat immerhin die Aufgabe, an all das zu denken, wofür Euch in der Vorbereitung und vor allem am eigentlichen Hochzeitstag die Geduld bzw. Übersicht fehlt.