Eine Hochzeit in Deutschland kostet durchschnittlich 13.000 Euro. Aber auch mit einem wesentlich geringeren Budget ist es gut möglich eure Traumhochzeit auszurichten. Trotzdem kommt meistens einiges zusammen und dann stellt sich die Frage Wer zahlt eigentlich was bei der Hochzeit?

Ist das noch so, dass die Brauteltern für die Feier aufkommen und die Bräutigamseltern für die Flitterwochen?

Legt zu Beginn ein Budget fest und erstellt eine Übersicht über die Kosten. So behaltet ihr den Überblick. In einem nächsten Schritt klärt ab, wer was übernimmt. Folgender Überblick über die traditionelle Aufteilung der Hochzeitskosten erleichtert euch eure Entscheidung.

Wer zahlte die Hochzeit im 20. Jahrhundert?

Im 20. Jahrhundert heirateten die Deutschen sehr früh. Frauen hatten normalerweise kein eigenes Einkommen, daher übernahmen die Brauteltern den Großteil der Kosten.

Die Braut zahlte lediglich die Hochzeitsschuhe. Diese beglich sie mit Pfennigen, um ihre Sparsamkeit zu beweisen. Die Mitgift war ihr Beitrag zum Eintritt in die Ehe. Diese bestand aus Geschirr, selbstgenähter Bettwäsche, Taschentüchern und Tischdecken.

Die Brauteltern übernahmen die Kosten für Trauung, Hochzeitsfeier, inklusive Räumlichkeiten und Essen, Brautkleid und Zubehör, sowie für die Kleider der Brautjungfern.

Der Bräutigam bezahlte Eheringe, Brautstrauß, den eigenen Hochzeitsanzug, Hochzeitsreise, Ansteckblumen und die Morgengabe, also das Geschenk für die Braut, das ihr am Morgen nach der Hochzeit überreicht wird.

Wer zahlt die Hochzeit im 21. Jahrhundert?

Im 21. Jahrhundert weichen sich die Traditionen deutlich auf. Die Deutschen heiraten viel später und das Brautpaar steht, auch finanziell, auf eigenen Beinen. So haben sie die Freiheit selbst zu entscheiden: Was wollen und können sie an Kosten übernehmen, an welchen Punkten jeweils Eltern oder Verwandte fragen? 

Folgende traditionelle Strukturen bestehen bis heute, müssen aber nicht eingehalten werden:

Die Braut bezahlt das Geschenk für den Bräutigam, Brautschuhe, Trauring des Bräutigams und die Ausstattung der Brautjungfern. 

Der Bräutigam übernimmt die Kosten für Brautgeschenk, Brautstrauß, Hochzeitsreise, Gebühren für Kirche und/oder Standesamt, Ehering für die Braut und Reversblumen.

Gemeinsam übernehmen sie die Druckkosten für Einladungen und Tischkarten, Gastgeschenke und Dankeskarten.

Die Familie der Braut trägt nach wie vor den größten Teil der Kosten: das Brautkleid mitsamt Accessoires, anteilig die Kosten für die Bewirtung der Gäste, Hochzeitsfeier (Location, Musik etc.), Dekoration, Fotograf, Hochzeitskutsche, bzw. Auto, Blumenschmuck und Hochzeitstorte.

Die Eltern des Bräutigams übernehmen üblicherweise die Kosten für die Bekleidung des Bräutigams, anteilig die Kosten für Bewirtung der Gäste und das Probeessen.

Polterabend, Übernachtung & Co

Den Polterabend feiern inzwischen nur noch wenige. Dafür ist der Junggesellenabschied, auch für die Braut, heutzutage ein Highlight vor der Hochzeit. Die Trauzeugen und Freunde des Brautpaares sind jeweils für die Organisation und Finanzierung zuständig.

Die Outfits der Brautjungfern, Ringträger und Blumenkinder, zahlen diese, bzw. deren Eltern, selbst. Das Brautpaar finanziert den passenden Blumenschmuck. 

Für die Flitterwochen bitten viele Brautpaare statt Geschenken um einen Beitrag für die Hochzeitsreise. Manchmal übernehmen auch die Eltern des Brautpaares die Kosten.

Für An- und Abreise, sowie Übernachtung sind die Gäste in der Regel selbst verantwortlich. Ein Brunch am Morgen nach der Hochzeit ist ein schöner Abschluss, aber nicht obligatorisch.

Zusammenfassend gilt: Sprecht eure Wünsche und Vorstellungen in jederlei Hinsicht gut ab. Bei der Klärung helfen euch Fingerspitzengefühl, Ehrlichkeit und Kompromissbereitschaft. Fragt lieber einmal zu viel nach, bevor Missverständnisse entstehen. Eine gut organisierte Finanzierung ist das A und O  für eine gelungene Hochzeit.